Dienstag, 25. November 2008

Mach mal langsam...

...heißt ein Lied von den wise guys.



Das muss ich auch mal wieder.
LAAAAAAAANGSAAAAAAAAM.
Ganz langsam.

Wer hier öfter vorbei kommt, der weiß, dass ich das auch des öfteren schreibe.
Im Blick auf die kommende Adventszeit nehm ich mir das ganz fest vor!


Im Moment hab ich das Gefühl, ich jogge durch das Leben.
Ich hab bewusst den Vergleich mit dem Joggen gemacht.

Es ist nicht so, dass ich mich verausgabe. Meine Kraft reicht für den Tag, ich schaff alles schön nacheinander und ich fühl mich nicht gestresst. ( Zumindest nicht bewusst)
Aber ich jogge. Mit Joggen verbinde ich
grade noch genügend Luft bekommen
keine Zeit für Blicke in die Landschaft, kein Genießen,
danach augepowert und platt.

Und dabei jogge ich nicht gerne. Warum mach ich es dann?
( Mein Mann joggt freiwillig, aber im und durchs Leben geht er.
Bei mir genau andersrum)

Ich will wieder nur gehen, zumindest überwiegend.
Mich auf ein Bänkchen setzen, die Landschaft, den Himmel betrachten- dabei ein Tässchen Cafe au lait trinken. Dann mal wieder ein Stück gehen, vielleicht mit einer Freundin oder meinem Mann oder meinen Kindern oder oder oder...

Ich will zur Ruhe kommen.

Ich will wieder Tagebuch schreiben!
Das hab ich jahrelang gemacht, habs aber irgendwann aufgegeben. Aus Zeitmangel. Blöd oder?
Ich bin doch Herr über meine Zeit. Zumindest kann ich einigermaßen darüber bestimmen.
Ich kann mir einfach Zeit nehmen.

Auch einen Terminkalender will ich mir wieder anschaffen.
Schenk ich mir zu Weihnachten.
Ich hatte lange einen von tempus und war sehr zufrieden damit.
Dann dachte ich, brauch ich nicht mehr.
Aber ich will meine Zeit wieder unter Kontrolle haben.


Und dass ich das jetzt aufgeschrieben habe, war ein Anfang.
Auch das hat Zeit gekostet.
Eigentlich warten ja Bügelwäsche, Unterrichtsvorbereitung und Kleinkram auf mich.
Aber ich darf bestimmen, was ich mit meiner Zeit mache und dafür ist sie mir jetzt zu schade.


Ich wünsche dir Zeit

von Elli Michler

Ich wünsche dir Zeit

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.

Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:

Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,

und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,

nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.

Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,

sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.

Ich wünsche, sie möge dir übrig bleiben

als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,

anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,

und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.

Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.

Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,

jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.

Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.

Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

Elli Michler www.ellimichler.de

Aus: Elli Michler, Dir zugedacht, Wunschgedichte, © Don Bosco Verlag, München, 19.Aufl. 2004


Kommentare:

*Sweet*Caroline* hat gesagt…

Seufz, wie wahr!

Ich wünsche Dir ( und auch mir ) viel Erfolg!

GLG, Sabine

Crea-Nette hat gesagt…

Ja, meine liebe Maxilotta, da hast du mir echt aus der Seele gesprochen. Heute früh erst, dachte ich ganz ähnliche Dinge. Nur habe ich nicht an Joggen gedacht, sondern an fahren auf der Schnellspur. Man erledigt so viele Dinge, als gelte es, dass der gewinnt, der die meisten Aufgaben geschafft hat. Dabei wird man oft oberflächlich oder kann es nicht richtig genießen. Ich lebe manchmal so, als säße mir die Zeit im Nacken und das tut sie ja auch irgendwie. Aber wie heißt es so schön: Weniger ist oft mehr.
In diesem Sinne wünsche ich dir eine ruhige, besinnliche Adventszeit und mach mal einen Rundumblick auf der Bank.
GGGGLG Janet

rike hat gesagt…

zeit.
bei einer großen familie einer wahrer luxus gegenstand. der sich auch nicht mit termin kalendern zwingen lässt.
vorsätze. noch vor sylvester. sind gut.
auch gut: menschen, die dich dabei unterstützen. dir zeit schenken. für dich ganz allein.
ich wünsche dir. dass es sie gibt.

dir von herzen alles liebe!
rike

Miss Marple hat gesagt…

Hallo Maxilotta

wie schon oben erwähnt, sprichst du auch mir aus dem Herzen. Im alltäglichen geschehen verliert man oft den Blick für das Wesentliche. Danke für das schöne Gedicht...ein ähnliches begleitet mich schon seit Jahren. Ich finde es eine gute Idee das Mal auf dem Blog zu veröffentlichen...

Auch habe ich Phasen in dem ich viel Tagebuch schreibe, dann vergess' ich es wieder bis ich merke, dass es mir nicht gut geht...Für 2009 habe ich mir vorgenommen ein schönens Buch zu gestalten und das Jahr ganz bewusst fest zu halten...2008 ist nämlich nur so an mich vorbei geglitten. Und meine Rede; Walken ist eh gesunder als Joggen! ;-)

Lg - Irma

Anonym hat gesagt…

Du sprichst mir so sehr aus dem Herzen Maxilotta....auch ich habe mir diese Dinge für die Adventszeit vorgenommen...auch ich habe mir zu Weihnachten einen Timer gewünscht...Aber ich muss mich sooo sehr anstrengen, damit es mir gelingt...Ich hetze von einer Woche zur nächsten...habe mir immer vieles vorgenommen und muss mir dann immer wieder eingestehen, dass ich es mal wieder nicht geschafft habe....warum...ich frag mich immer wieder warum...Wo bleibt die Zeit hängen???? Warum verliert man so sehr den Blick fürs Wesentliche und hetzt so durch seine Zeit. Woche um Woche, Monat um Monat....
Liebe Grüße, Norma

lille stofhus hat gesagt…

Wie wahr!
Ich wünsche die Dir die Kunst, auch mal Dinge liegen lassen zu können, Arbeit abgeben und verpusten, inne halten.
Geniesse die besinnliche Zeit.

Gela

Rita hat gesagt…

Liebe Maxilotta, ja die Zeit rennt, das merke ich jeden Abend, wenn mir die Augen zufallen und ich doch eigentlich noch dieses oder jenes schaffen wollte. Ich habe Mitte des Jahres aufgehört zu arbeiten, weil ich dringend eine Pause brauchte, aber trotz dieser 20 Stunden mehr habe ich zuwenig Zeit. Warum? Weil ich mir einfach zu viel aufhalse, ein wenig perfektionistisch bin und nicht nein sagen kann und weil ich es nicht gelernt habe. Auf einer Bank sitzen, nichts tun, entspannen, das kenne ich nicht (und meine Mutter mit 73 Jahren auch nicht. Nun, Erkenntnis ist der erste Weg zu Besserung, ich gebe also die Hoffnung nicht auf und liebe meinen Mann, der mich immer daran erinnert, das Leben auch zu genießen.

LG Rita